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Warum kann ein Wechsel auch mal lang dauern?

7. Februar 2018

Komplex, unvermeidbar und langwierig - die 8 Schritte im Wechsel

Damit wir unsere Kunden mit Ökostrom und Gas versorgen können, müssen wir die Energie zunächst kaufen, um sie dann an deutsche Haushalte liefern zu können. Das Kaufen von Energie ist relativ simpel; für die Lieferung müssen allerdings einige vertragliche und bürokratische Hürden überwunden werden.

Bevor die Lieferung an unsere Kunden losgehen kann, müssen im Hintergrund einige Dinge eingestellt werden. 4hundred ist wie andere Strom-und Gaslieferanten unabhängig von den sogenannten Netzwerkbetreibern tätig. Den Netzwerkbetreibern gehören die vor Ort liegenden Kabel und Rohre, durch die Strom und Gas in die Haushalte fließen.

Damit dort alles geklärt ist (wer liefert, wieviel fließt, was kostet das pro kWh), müssen wir mit allen Netzwerkbetreibern einen Vertrag abschließen; davon gibt es in Deutschland für Strom mehr als 800 und fast 700 für Gas. Manche dieser Netzwerkbetreiber bedienen fast ein Achtel des Landes, während andere nur für eine einzige Postleitzahl zuständig sind.

Der erste Schritt in der Anmeldung von neuen Kunden in einem bestimmten Netzwerk ist immer der Abschluss eines sogenannten Lieferantenrahmenvertrages (LRV) zwischen uns, dem Lieferanten und dem Netzwerkbetreiber. Energiefirmen, die schon jahrelang am Markt sind, haben hier einen Vorteil, da diese all diese Verträge schon lange abgeschlossen haben. Was erschwerend hinzukommt, ist, dass viele Netzwerkbetreiber den Abschluss eines LRV ablehnen, solange 4hundred keinen Kunden vorweisen kann, der angemeldet werden soll.

Deshalb warten die Erstangemeldeten in einer bestimmten PLZ-Zone oft um einige Wochen länger auf ihren Wechsel als alle, die nach ihnen kommen. Solange der LRV in allseinen Bestandteilen besteht, dürfen wir neue Kunden in der PLZ-zone nicht anmelden.

Der Abschluss eines LRV ist ein komplizierter Prozess und umfasst 8 Schritte:

  1. Ein neuer Kunde meldet sich bei 4hundred an.
  2. Wir prüfen, ob für diese Gegend schon ein LRV besteht.
    • Falls ja, können wir direkt mit dem Voranbieter des Kunden Kontakt aufnehmen und prüfen, ab wann wir diesen Kunden übernehmen dürfen – und dann geht’s gleich weiter mit Schritt 8
    • Falls nicht, geht es weiter mit Schritt 3.
  3. Wir fordern den LRV vom zuständigen Netzwerkbetreiber an.
    • Für Strom besteht der LRV aus 3 Teilen: dem Netznutzungsvertrag, der EDI-Vereinbarung (damit wir verschlüsselte Nachrichten über das vorgeschriebene Marktkommunikationssystem austauschen dürfen) und der Zuordnungsvereinbarung (ZOV), die dem Bilanzkreisverantwortlichen erlaubt, Nachrichten über gelieferte Mengen mit dem Netzwerkbetreiber auszutauschen (auch wieder über das erwähnte Marktkommunikationssystem). Der letzte Schritt ist dann, die unterzeichnete ZOV im System nochmals elektronisch zu bestätigen (Zuordnungsermächtigung – ZOE).
    • Für Gas bedeutet das ein Vertragswerk im Ganzen und alle Bestandteile des Vertrages sind mit einer Unterschrift erledigt und somit der ganze LRV abgeschlossen.
  4. Wir unterzeichnen den LRV. Obwohl die Bundesnetzagentur (BNetzA) eine sogenannte Digitalisierungsstrategie ausgerollt hat, bestehen die meisten Netzwerkbetreiber darauf, den LRV in Papierform per Post zuzustellen. Wir müssen also auf die Zusendung warten (hier gibt es leider keine gesetzlichen Fristen, sie unterzeichnen und wieder zurücksenden. An manchen Tagen schnauft unser Postler ganz schön…
    • Wir unterzeichnen alle Vertragsbestandteile mit Ausnahme der ZOV, die zwischen dem Netzwerkbetreiber und unserem Bilanzkreisverantwortlichen, Statkraft, abgeschlossen werden muss.
    • Hinweis: Während es in den meisten Fällen recht schnell geht, haben wir leider auch Verträge, die uns auch drei Monate nach Anforderung immer noch nicht vorliegen.
  5. Wir warten, bis die Netzwerkbetreiber die unterzeichneten Verträge bearbeiten und uns ihre Marktkommunikationsdaten zusenden (das geschieht per E-Mail, da es sich hier um Dateien handelt). Erst nachdem all dies erfolgt ist, können wir die Marktkommunikation aufbauen und mit dem jeweiligen Netzwerkbetreiber verschlüsselte Nachrichten über Kunden in der Anmeldung austauschen. Das heißt, bevor all diese Schritte erfolgreich durchlaufen sind, können wir keinen Kunden in der vom Netzwerkbetreiber betreuten Zone anmelden.
  6. Der Netzwerkbetreiber prüft, bei welchem Vorlieferanten die Lieferstelle derzeit besteht (falls wir das schon beim Wechsel vom Kunden erfahren, geht es direkt weiter zu Schritt 7).
  7. Der Netzwerkbetreiber nimmt Kontakt mit dem Vorlieferanten des Kunden auf, um zu prüfen, ab wann dieser Kunde durch uns übernommen werden kann. Hier gibt es dann einigen Klärungsbedarf:
    • Ist der Vorvertrag schon gekündigt? Wenn ja, meldet uns der Netzwerkbetreiber, zu welchem Datum wir den Kunden frühestens anmelden dürfen.  
    • Ist der Vorvertrag noch nicht gekündigt, fragt der Netzwerkbetreiber an, zu welchem Datum dies möglich ist.Wir brauchen die Zustimmung des Netzwerkbetreibers und des Vorlieferanten, um den Kunden übernehmen zu können. Das heißt, er muss uns das Datum nennen, zu welchem wir den jeweiligen Kunden übernehmen dürfen. Zum Glück läuft dies elektronisch über das verschlüsselte Marktkommunikationssystem.
  8. Erst jetzt können wir mit dem tatsächlichen Wechsel des Kunden zu 4hundred beginnen.

Sobald wir Schritt 8 erreicht haben, sind alle in der Marktkommunikation beteiligten Partner verpflichtet, innerhalb von zehn Arbeitstagen auf jede Systemnachricht zu reagieren. Wenn alles 100% ideal läuft, kann ein Wechsel innerhalb von zwei Wochen über die Bühne gehen.

Leider sind die Fristen für den Abschluss eines LRV – und damit Schritte 3 bis 5 – gesetzlich nicht geregelt und wir hatten tatsächlich schon Fälle, in denen sich Netzwerkbetreiber mehr als drei Monate Zeit gelassen haben, auf unsere Anfrage zu reagieren.

Deshalb mussten unsere ersten Kunden oft viel länger warten als wir uns alle das erhofft haben. Wir wissen, dass das für einige sehr frustrierend und unverständlich ist, und haben alles daran gesetzt, die LRV so schnell wie möglich vollständig vorliegen zu haben.

Zum Glück ist das nun für mehr als 650 Netzwerkbetreiber oder 90% aller deutscher Haushalte der Fall – was bedeutet, dass die Wechseldauer für die Mehrzahl unserer Kunden nun deutlich kürzer ist.

über 4hundred

4HUNDRED IST DEUTSCHLANDS UNABHÄNGIGER, DIGITALER ENERGIEANBIETER MIT INNOVATIVEM VERTRAGSMODELL. DAS GREENTECH-UNTERNEHMEN AUS STARNBERG SAGT DEM „ENERGIE-DSCHUNGEL” DEN KAMPF AN UND BIETET NUR EINEN KONSTANT TRANSPARENTEN TARIF AN. DER 4HUNDRED-TARIF ERGIBT SICH AUS DEM TATSÄCHLICHEN ENERGIEVERBRAUCH UND EINER SERVICEGEBÜHR. BEI GERINGEREM VERBRAUCH ERHÄLT DER KUNDE EINE ZINSBELOHNUNG, DIE EINEM EFFEKTIVEN JAHRESZINS VON VIER PROZENT AUF DAS POSITIVE GUTHABEN ENTSPRICHT. DABEI SETZT 4HUNDRED AUF EINEN KOMPLETT DIGITALEN KUNDENPROZESS – VOM ENERGIEWECHSEL BIS ZUR ACCOUNTVERWALTUNG. GEGRÜNDET WURDE DAS UNTERNEHMEN IM JANUAR 2017 VON ANDREW MACK UND ILONA LUDEWIG.

 

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